Der BMEcat (Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik-Katalog) ist ein halbwegs vereinheitlichtes Dateiformat, basierend auf XML Dateiausprägung.
Es gibt die Version 1.2 sowie die Version 2005, wobei es bei der Version 2005 mehrere Standarddefinitionen gibt. Sowohl bei Version 1.2 und bei 2005 existieren unzählige angepasste Versionen, die sich durch Umstellungen in der Datenstruktur, ergänzenden Feldern, anderen Feldrichtlinien etc. unterscheiden können.
Neben dem "Standard" BMEcat 2005 von 2004 ist am meisten gefragt, aber auch das ist branchenabhängig, der BMEcat 2005 nach ETIM Definition Version 4 bzw. Version 5.
Zusätzlich kann im Prinzip jeder mit der Grundlage des BMEcat eine eigene Version der Definition schaffen und somit den Formatwust weiter anheizen.
Abhängig vom Durchsetzungsvermögen und der Notwendigkeit, mit der entsprechenden Firma zusammen zu arbeiten, ergeben sich derzeit ca. 75 unterschiedliche Varianten des BMEcat 2005.
Eine Produktdarstellung im BMEcat kann zum Beispiel so aussehen:

Die technischen Daten hier sind nach ECLASS 12 ausgeprägt und sind so vergleichbar mit anderen Produkten der selben Produktgruppe.
Der wichtigste Punkt ist, daß im elektronischen Datenaustausch das Verständnis des Datensenders und des Datenkonsumenten über die Inhalte und deren Bedeutung übereinstimmen.
Das klappt am Besten, wenn man sich auf ein Format wie z. B. BMEcat und eine dazugehörige Klassifikation für technische Daten einigt, denn dann weiß jeder, welcher Eintrag was bedeuten soll.
Für den Laien steht als letztes Produktmerkmal (FEATURE) ein BAA039, was immer das auch sein mag. Schlagen wir in der Definition von ECLASS 12 nach, finden wir das hier:

Statt also max. Umgebungstemperatur als Merkmalsnamen zu verwenden, womit der Wert eindeutig beschrieben wird, verwendet die Klassifikation ECLASS 12 den Code BAA039. Deutlich kürzer und ebenso eindeutig, aber weniger fehlerträchtig als die obige Beschreibung.
Ein weiterer Vorteil der Verwendung des Codes BAA039 ist die Sprachneutralität. Verwende ich den Code, kann ich diese Ausgabe in alle Länder schicken, welche Daten von mir wollen, ohne diese übersetzen zu müssen. Das wiederum spart Zeit und Geld. In 99% der Fälle werden solche Inhalte beim Import in das Zielsystem direkt in die Felder des Zielsystems geschrieben, die eine Verbindung zu dem ECLASS Code haben. Kann auch sein, daß im Ziel ERP da nur "Environmental Temperature" steht, statt der Bezeichnung von oben. Solange dieses Feld mit dem ECLASS 12 Code BAA039 eine Beziehung hat, passt es.
Während der BMEcat auf das, zugegebenermaßen reichlich geschwätzige, XML Dateiformat setzt, ist FAB-DIS (FABricants-DIStributeurs) Excel-basierend.
Böse Zungen behaupten, statt XML ist FAB-DIS ein BMEcat als xlsx Datei. Das stimmt nicht ganz, aber wer einen kompletten BMEcat valide ausliefern kann, ist meistens schon recht gut vorbereitet für FAB-DIS. Die Merkmale sind identisch bzw. ähnlich, allerdings hat FAB-DIS einen größeren Informationsumfang als ein Standard BMEcat.
Auch hier, wie bei manch anderen Formaten, ist es so, daß der Abnehmerkreis deutlich kleiner ist als für BMEcat; aber es kann trotzdem nötig sein, dieses Format zu bedienen.